Gefühl der Einsamkeit – Teil 3

Kennst das Gefühl, dass du an deinem Arbeitsplatz die einzige Person bist, die etwas richtig macht? Vielleicht hast du auch das Gefühl, dass die anderen dich ausgrenzen oder dass du einfach nicht so bist und die Dinge nicht so siehst, wie sie. An was kann das liegen? Bist du wirklich (zu) gut für diesen Job und die anderen können nichts – oder steckt da nicht doch auch mehr dahinter?

Was ist es, dass dich von den Menschen an deinem Arbeitsplatz abtrennt, wenn sie dich argwöhnisch anblicken oder die Diskussion mit dir meiden? Ja, das Gefühl der Einsamkeit kann da rasch hervortreten und den täglichen Gang zur Arbeit zur Hölle werden lassen. Doch hier ist es zu einfach, den anderen die Schuld für dein Gefühl zu geben, dass du dich einsam fühlst. Es kommt immer auf den Blickwinkel darauf an. Vielleicht interpretierst du ihr Verhalten falsch, weil du ein paar negative Glaubenssätze in deinem Innern trägst, die deine Sicht der Dinge beeinflussen. Wenn du zum Beispiel das Gefühl hast, du seist nicht liebenswert und eine Kollegin auf der Arbeit nicht mit dir spricht, dann interpretierst du dies als Bestätigung deiner inneren, negativen Überzeugung, dass du nicht liebenswert bist. Doch es kann ja einfach auch nur sein, dass sie total im Stress ist und vor lauter Arbeit keine Zeit für ein persönliches Gespräch mit dir findet.

Natürlich gibt es auch den anderen Fall, dass du wirklich ganz anders tickst als deine ArbeitskollegInnen. Hier würde ich mich einmal fragen, ob du am richtigen Arbeitsplatz bist und ob du wirklich das tust, was dir tief in deinem Innern Spass bereitet und dir nachhaltige Befriedigung gibt. Denn wenn du der Arbeit nachgehst, die für dich stimmt, wirst du dort auch sicher Gleichgesinnte antreffen, die ebenfalls auf einem ähnlichen Weg sind. Darum ist es umso wichtiger, dass du die Verbindung zu dir selbst, zu deinem Innern wieder aufbauen kannst. Wenn du dich selbst wieder hörst und deiner Intuition folgen kannst, wird sie dich wieder auf deinen Weg zurückbringen.

Fang gleich jetzt damit an, dich selbst wieder zu hören: Setze dich hin, schalte alle Störquellen (Smartphone, TV usw.) aus und atme tief in deinen Bauch ein, bis er sich zu einem grossen Ballon formt. Dann atme wieder aus und zieh den Bauch ein, deinen Nabel zu deiner Wirbelsäule, bis du ganz leer bist. Dann atme wieder ein und fülle deinen Bauch erneut mit Atem. Diese Übung kannst du jeden Tag machen – schenke dir 5 Minuten auf dem Weg zurück zu dir und du wirst sehen, wie sich nach einiger Zeit etwas in dir verändert. Vielleicht erkennst du dann, dass du am für dich falschen Arbeitsplatz bist und dass du lieber einer anderen Arbeit nachgehen würdest.

Nächste Woche erzähle ich hier auf diesem Blog, wie man sich in seinem Freundeskreis einsam fühlen kann und was man dann tun kann.

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Webinare „Höre dich – Der Weg zurück zu dir“ ab April 2019

Gefühl der Einsamkeit – Teil 2

Fragst du dich auch ab und zu, warum du ausgerechnet in deine Familie hineingeboren wurdest? Du fühlst dich wie das schwarze Schaf der Familie, weil du überhaupt nicht nach dem strebst, was deine anderen Familienmitglieder gut finden, weil du ganz andere Interessen hast. Du hast vielleicht auch eine andere Weltanschauung, einen total anderen Lebensstil und auch eine Meinung, die 180 Grad von der abweicht, die in der Regel in deiner Familie herrscht.

Wenn du daran glaubst, wie ich, dass du dir deine Familie selbst auswählst, in die du hineingeboren wirst, dann kannst du also niemanden dafür verantwortlich machen dafür, dass du anders bist als deine Familie. Das ist auch nicht weiter schlimm, denn so kannst du viel lernen und wächst an den unterschiedlichen Meinungen und den Herausforderungen, die deine Familie dir stellen mag. Das ist die positive Sicht der Situation, denn es kommt immer darauf an, wie du das Ganze siehst.

Wenn du alles negativ siehst und dich als schwarzes Schaf der Familie fühlst, nur weil du andere Überzeugungen und Interessen hast, dann ist das dein ganz persönlicher Entscheid. Und einer, der in dir das Gefühl der Einsamkeit nährt. Du willst ja schliesslich geliebt werden – das wollen wir alle und danach sehnen wir uns unbewusst. Die Liebe. Doch wenn du diese Liebe im Aussen, am ersten bei deiner Familie suchst, wirst du oft schon als kleines Kind enttäuscht werden. Die Aufgabe deiner Familie ist es nicht unbedingt, dich zu lieben, auch wenn du es dir noch so sehr wünscht. Ihre Aufgabe ist es, dich etwas zu lehren. Und das kannst du aus Herausforderungen wunderbar. Was ist aber deine Aufgabe darin?

Dass du den Weg zu dir selbst gehst und die Verbindung in dein Inneres stärkst. Denn wenn deine Familie in dir das Gefühl der Einsamkeit auslöst, weil du anders bist, ist es umso wichtiger, dass du mit dir selbst in Verbindung steht, dich hörst und dem Ruf deiner Seele folgst. Dann gibst du auch deinen Familienmitgliedern nicht die Schuld für dein Leben, das vielleicht gerade nicht optimal läuft. Weder dein Vater noch deine Mutter sind daran schuld, wie es dir heute geht, denn du alleine trägst die Verantwortung für dein Leben. Ja, vielleicht haben sie dir als Kind nicht das mitgegeben, wonach du dich gesehnt hast. Doch das ist kein Grund, traurig zu sein oder für Vorwürfe und Anschuldigungen. Du alleine kannst dir alles geben, was du an Gefühlen vermisst, indem du dich deinem Innern zuwendest. Höre in dich hinein. Sage dir täglich: «Ich liebe dich» und blicke dir dabei im Spiegel in die Augen. Nimm dich und deine Bedürfnisse wahr und lebe danach. Gib dir selbst das, wonach du dich sehnst und werde unabhängig von den Menschen in deiner Familie.

Nächste Woche in diesem Blog: Warum du dich an deinem Arbeitsplatz einsam fühlen kannst und was du in dieser Situation unternehmen kannst.

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Gefühl der Einsamkeit – Teil 1

Kennst du dieses Gefühl, dass du einfach am liebsten zu Hause bleiben würdest, um dich von allem anderen Menschen fernzuhalten? Du möchtest dich am liebsten einfach einigeln und nichts von alldem mitbekommen, was draussen in der Welt geschieht. Und vor allem: du möchtest keine Interaktion mit anderen Menschen. Warum?

Ich glaube, dass wir Menschen ab und zu das Bedürfnis haben, alleine zu sein. Und das ist auch gut so. Alleine zu sein und über sich selbst nachzudenken oder sein Leben zu reflektieren, kann sehr heilsam sein. Doch alleine sein bedeutet nicht das gleiche wie einsam sein. Wo liegt der Unterschied?

Wenn du alleine sein willst, dann entscheidet du dich bewusst für eine Auszeit – eine Zeit nur mit dir alleine. Das kann von einem Spaziergang über ein Wochenende bis zu einem zwei Wochen Urlaub in einem (Yoga-)Retreat alles beinhalten. Du nimmst dir genau soviel Zeit für dich, wie du sie gerade nötig hast. Daraus schöpfst du Kraft, hast neue Erkenntnisse und kehrst geläutert, mit weniger Ballast und neuen Ideen ins Alltagsleben zurück.

Doch wenn du dich einsam fühlst, sieht das ganz anders aus. Denn dann hast du den Zugang zu dir selbst verloren. Die Verbindung in dein Inneres fehlt, du wirst wie ein Blatt im Wind von den Ereignissen des Tages und den Stimmungen deines Umfeldes umhergewirbelt. Auf und ab geht es mit deinen Emotionen wie auf einer Achterbahnfahrt, bis du es nicht mehr aushältst. Dann schirmst du dich von allen Menschen ab, um wenigstens ein bisschen Ruhe für dich zu haben. Dagegen ist nichts einzuwenden. Doch es ist gut, wenn du dann erkennst, dass du dich auf deinem Lebensweg verloren hast. Wie weiter?

Am ersten hilft da die Natur. Geh nach draussen, verstecke dich nicht in deiner Wohnung. Atme frische Luft ein, höre den zwitschernden Vögeln zu und dem Rauschen der Blätter. Die Natur spricht zu dir und dein Herz wird es aufnehmen, auch wenn du dir dessen nicht bewusst bist. Die Natur kann und wird dich heilen, wenn du offen und bereit dazu bist. Schritt für Schritt gibt sie dir die Kraft, den Zugang zu deinem Innern wieder zu befreien, damit du dich wieder mit dir selbst verbinden kannst.

Nächste Woche in diesem Blog: Wie die eigene Familie das Gefühl der Einsamkeit schüren kann und wie du damit umgehen kannst.

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Verzeihen heilt – Teil 4

«Sie sind entlassen.» Kennst du das Gefühl, das dieser kleine Satz in dir auslöst? Die Welt über bricht zusammen, der Stuhl wird dir unter dem Gesäss weggerissen und du stehst einfach nur mit offenem Mund da? Was nun? Nach dem Schock setzen sofort die (Existenz-)Ängste ein. Später auch die Wut über den Vorgesetzen: Warum hat er mich entlassen? Was hat er sich dabei überhaupt gedacht? Er schickt mich ins Elend – das werde ich ihm nie verzeihen. Solche und ähnliche Gedanken sind normal – und menschlich.

Oft ist es jedoch so, dass wir ein paar Jahre später sagen können: «Das ist das Beste, das mir je passiert ist.» So geschah es mir, als ich unfreiwillig meine Bankerkarriere beenden musste. Viel Frust, viel Sorgen, viel Wut und Ärger. Doch genau diese Herausforderung, mir eine neue Zukunft zu erschaffen und mich selbst wieder einmal grundlegend zu hinterfragen hat mich genau zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin: eine glückliche, erfüllte Schriftstellerin, Inspiratorin und Berufsschullehrerin. Heute bin ich meinem Vorgesetzten echt dankbar für diesen Entscheid.

Vielleicht bist du jetzt gerade noch nicht so weit, das Gute in der unfreiwilligen Trennung von einem vermeintlich geliebten Arbeitsplatz zu erkennen. Dann ist es umso wichtiger, dass du deinen Vorgesetzten trotz allem verzeihst. Denke immer, sie wussten es nicht besser. Es war die einzige Tat, mit der sie sich zu helfen wussten. Oft haben diese Leute selbst Angst vor einem Arbeitsplatzverlust und den einher gehenden Existenzängsten und -sorgen. Sie entledigen sich von Menschen, die ihnen gefährlich werden könnten. Ja, vielleicht sehen sie unbewusst in dir sogar den starken Menschen, den sie selbst gerne wären.

Du brauchst ihre Handlung nicht zu rechtfertigen und nicht gutzuheissen. Das einzige, was du tun kannst, ist ihnen zu verzeihen. Auch hier kannst du alles auf einen Zettel schreiben, der mit dem Satz endet: «Ich verzeihe dir» und diesen Zettel dann verbrennen oder die Toilette hinunterspülen. Wichtig dabei ist dein ernsthafter Wille, die Wut loszulassen. Denn Wut frisst dich nur von innen her auf, drückt auf dein Herz und zügelt deine Freude am Leben. Willst du, dass deine Vorgesetzen die Macht über dein neues Leben haben? Wenn nein, verzeihe ihnen. Du tust es für dich – nur für dich.

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Verzeihen heilt – Teil 3

Die Gründe, warum das Verzeihen in unserer Familie notwendig ist, liegen klar auf der Hand: Wir sind mit unserer Familie verbunden, ob wir es wollen oder nicht. Wir können zwar einem Familienmitglied systematisch aus dem Weg gehen, den Kontakt zu der Person abbrechen oder in ein anderes, weit entferntes Land ziehen. Doch es ist und bleibt dann immer noch unsere Mutter, unser Vater, unser Bruder, unsere Schwester, unser Onkel und so weiter. Oft wird gesagt: «Blut ist dicker als Wasser», was in unserer Gesellschaft bedeutet, dass man seinen Familienangehörigen eben helfen muss, auch wenn man die gleiche Hilfe Fremden schon lange verwehrt hätte.

Ich sehe das ein wenig anders. Familie wird man nicht los, ob man will oder nicht. Familienmitglieder können einem zum Wahnsinn treiben, zum Psychologen oder rauben uns nachts den Schlaf. Doch sie sind auch unsere grössten und wertvollsten Entwicklungshelfer, gerade aus den oben aufgeführten Gründen. Sie zwingen uns – meist unbewusst – dazu, über uns selbst hinauszuwachsen, an uns selbst zu arbeiten oder einen mutigen Schritt nach vorne zu wagen. Ohne das schwierige Verhältnis zu meiner Mutter wäre ich heute nicht die Person, die ich bin und stünde nicht an dem Ort, an dem ich jetzt bin. Ja, ich bin ihr dankbar. Aber verzeihen? Hier wird es schwierig.

Was hindert dich aber daran, auch jemandem aus deiner Familie zu verzeihen? Kürzlich hörte ich einem Vortrag eines buddhistischen Mönchs zu der dafür plädierte, dass wir uns selbst nicht so wichtig nehmen, dafür die anderen umso mehr. Oft, wenn nicht immer, ist es nämlich unser Ego, das uns am Verzeihen hindert. Es will nicht verlieren, es will immer recht haben, damit es seine Daseinsberechtigung nicht verliert. Doch warum kann man nicht einfach auch einmal verzeihen und nicht auf sein Recht pochen? Was hast du schon zu riskieren – ausser einem schmollenden Ego?

Ich bin auf dem Weg des Verzeihens, Stück für Stück, Schritt für Schritt. Mal gelingt es mir besser, mal weniger. Doch das ist okay, denn der Weg ist das Ziel. Und jeder noch so kleine Erfolg fühlt sich wie ein Befreiungsschlag an – eine Befreiung von Altem, das mir ab jetzt nicht mehr dienlich ist.

Nächste Woche erzähle ich hier auf diesem Blog, was es mit dem Verzeihen in unserer Arbeitswelt auf sich hat.

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Verzeihen heilt – Teil 2

Kennst du das Gefühl, einem Ex-Partner/einer Ex-Partnerin unverhofft über den Weg zu laufen und die Welt um dich steht plötzlich still? Wie im Zeitraffer ziehen alle schönen und auch unerfreulichen Episoden eurer Beziehung in deinem inneren Auge an dir vorbei. Falls die Beziehung im Unfrieden auseinander ging, fühlst du womöglich einen Stich in deinem Herz, ein Druck auf deiner Brust oder ein Kloss, der in deinem Hals steckt.

Das sind alles untrügliche Zeichen, dass hier noch unverarbeitete Wunden, oder wir können sie auch «Baustellen» nennen, sind. Je nachdem, was in deiner Vergangenheit geschah, ist es sicher nahvollziehbar, wenn man noch Wut, Zorn und Ärger auf einen Menschen in sich trägt, der einem im innersten des Herzens verletzt hat. Diese Verletzungen und Wunden sind umso tiefer, weil diese Person unser Vertrauen missbrauchte. Wenn eine Partnerschaft sehr eng ist, weiss man viel voneinander. Man kennt daher auch die Schwachstellen und wunden Punkte des anderen. Oftmals bei einem Bruch der Beziehung wird dann in diesen Wunden gebohrt, um – bewusst oder unbewusst – dem anderen klar zu machen, dass die Partnerschaft jetzt definitiv vorbei ist und dass man das geteilte Vertrauen nicht mehr haben will. Das tut weh und fühlt sich an, wie einem jemand ein Messer in eine offene Wunde sticht und es darin noch einmal umdreht. Doch umso wichtiger ist es, hier zu verzeihen.

Du musst dieser Person ja auch nicht persönlich um eine Aussprache bitten. Du kannst ihr auch einen Brief schreiben (den du natürlich nicht abschickst), ihr darin schreiben, wie sehr sie dich verletzte und was ihr Verhalten in dir auslöste. Darunter schreibst du dann: «Ich verzeihe dir von ganzem Herzen.» Denn diese Person wusste es damals nicht besser, sie war überfordert mit der Situation und tat das, was sie konnte. Dann verbrenne den Brief oder zerreisse ihn in Stücke und spüle ihn in die Toilette runter. Wahrscheinlich musst du diesen Prozess mehrmals machen, bis wirklich alles vergeben ist. Sei nett zu dir, verurteile dich dafür nicht. Sag dir immer wieder: ich bin auf dem Weg und ich versuche, zu verzeihen. Wisse, dass du damit nicht nur den Weg vor dir ebnest, sondern auch dein Herz für eine neue Liebe öffnest.

Nächste Woche in diesem Blog: Warum das Verzeihen in der Familie oft schwierig ist.

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Verzeihen heilt – Teil 1

Kennst du dieses Gefühl, dass du auf dein Leben zurückschaust und erkennst, dass du auf einem Gebiet (oder mehreren) einfach nichts erreicht hast und dich seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, immer auf der gleichen Stelle im Kreis bewegst?

Kürzlich habe ich für mich eine Aufstellung über meine eigene Biographie gemacht. Warum? Weil ich einmal strukturiert Rückschau halten wollte und weil ich immer alles selbst an mir ausprobiere, bevor ich es im Unterricht oder in einem Workshop mit anderen Menschen anwende. Ich habe also ein Blatt Papier genommen und auf der Zeitachse mein Leben in 5-Jahres-Schritte eingeteilt. Dann habe ich Spalten gemacht für: Schule/Weiterbildung, Liebe, Wohnen, Familie, Job, Reisen, Hobbies, Spezielles. Als ich damit fertig war, begann ich, die leeren Felder auszufüllen. Ich finde diese Übung toll – je älter man ist, desto mehr gibt es da zu notieren. Doch das ist nur der Anfang. Anschliessend habe ich mir die einzelnen Themen genau angeschaut und mich ernsthaft gefragt: Bin ich zufrieden? Was tat ich all die Jahre? Bevor ich mich fragen kann, wohin ich überhaupt will und wie ich dahin käme, werde ich jäh gestoppt: ich beginne, mich selbst zu kritisieren für meine Fehler, die ich bis jetzt in meinem Leben machte. Doch das bringt nichts, es hindert mich nur daran, weiterzugehen und weiterzukommen. Also beschliesse ich, mir diese Fehler zu verzeihen.

Verzeihen – so ein einfaches Wort, und doch so schwer umzusetzen. Kannst du in den Spiegel schauen und dir deine Fehler verzeihen? Kannst du dir sagen: entschuldige, dass ich mich damals so entschied? Wohl kaum, wenn du dann an die zum Teil jahrelangen Konsequenzen denkst, die aus dem Entscheid resultieren. Doch verzeihen ist ein grossartiger Weg, die Vergangenheit hinter dir zu lassen und vorwärts gehen zu können. Wenn du dir selbst verzeihst, heilst du damit einen Teil in deinem Herzen, der verschlossen war. Verzeihen bedeutet nicht, dass du deine Fehler gutheisst oder das, was du damals getan hast. Verzeihen heisst, zu erkennen, dass du es damals in der Situation mit dem Wissen, das du zu der Zeit hattest, einfach nicht besser wusstest. Stelle dir vor deinem inneren Auge vor, wie du in dem Alter bist, nimm dich in die Arme und sage dir: «Ich verzeihe dir. Ich liebe dich.» Das braucht Mut. Und kann mehrmals wiederholt werden – so oft, bis es dir leichter ums Herz wird und du auf das Thema mit einem Lächeln zurückblicken kannst.

Nächste Woche in diesem Blog: Wie sieht es mit dem Verzeihen in der Liebe aus?

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